Salon tz-p

 

Salon tz-p ist ein geführter/moderierter Abend mit Gästen, veranstaltet von Patrick WEH Weiland, Dorit Trebeljahr, Anton Schwarzbach und dem Prolog – Heft für Zeichnung und Text 2-3 Künstler – Autoren – im Austausch – im Arbeitsgespräch –in Kollaboration und Kooperation  – ein Raum – ein Abend. Zu Gast sind wir in Orten. Aktuelle Infos auch unter der Facebookseite  Salon tz-p

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************ 16. April 2015 ***************

Salon tz-p in der Galerie im Ratskeller Berlin/Lichtenberg

Der Abend begann mit einer Stapel-Lesung aus verschiedenen Prolog-Heften, ein improvisierter Mix aus Gedichten, Arbeitsbeschreibungen, Prosa und auch Stichpunkten, vorgetragen von Anton Schwarzbach und Dorit Trebeljahr. Der schnelle Rhythmus des Vortrags führte dabei mitunter zu recht kuriosen Begegnungen verschiedener Stimmen, ein kurzweilig-inspirierender Querblick ins Heft. Anschließend führte uns Mikael Vogel​ mit lyrisch-leichter Feder manch menschliche Abgründe vor Augen, wobei Mikael Vogel vor allem deren Auswirkungen für unsere tierischen Erdenmitbewohner fokussiert. Hätten die Dramen um den weißen Hai oder die Wandertauben mit mehr Willen zum tierischen Verständnis und weniger menschlicher Arroganz vermieden werden können? Eigentlich, so könnte man aus den Gedichten Vogels heraushören, ist die Distanz zwischen der tierisch-menschlichen und der zwischenmenschlichen Kommunikation gar nicht so groß, beide sind geprägt von Missverständnissen und haben blutig-fatale Auswirkungen. Da hilft weder Heroin noch Aspirin!

Spurensuche Kindheit heißt der Text, den Dorit Trebeljahr vorstellte. Eine Collage aus Tagebucheinträgen einer 12jährigen, schriftlichen Zeugnisbeurteilungen, Pionierregeln und Überlegungen zur kindlichen Integrität von Jesper Juul.

Als letztes fragmentierten SchnickSchnack ihren süßen Dada-Pop, wie sie ihn im letzten Salon gespielt hatten, in Alien-Rock, der irgendwie bekannt doch fremd daherkam. Vielleicht sind die beiden, die ihre Toy-Instrumente auf dem Boden aufgebaut hatten, momentan auf halber Strecke zwischen Jap. und Deuts., Kindheit und Jugend in einen Stream geraten, aus dem sie uns ihre frohen Botschaften senden. Auch gab es wieder die Fragekarten, die Antwort mit den klarsten Gedankengang – Was füllt Deine Energiekammern? Essen. So war dies alles ein intensiv-cooler-Abend. Was wir uns wünschen: kein besseres Publikum, nur mehr davon!

D.T./A.S.

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************** 10. Oktober 2014 ************

Prolog – Heft für Zeichnung und Text & Salon tz-p spezial präsentieren: Radius 3,2 in der Galerie F92!

Die Ausstellung wurde am 10.10.14 mit einem Abend des Salon tz-p eröffnet. Der Salon tz-p fand damit bereits zum 6. Mal in diesem Jahr statt. Unsere Gäste waren Anke Becker (Künstlerin, Zeichnerin, Organisatorin der Anonymen Zeichner), Kai Pohl (Autor, Grafiker, Redakteur der floppy myriapoda, Herausgeber der Schock Edition), Reinhold Gottwald (Künstler, Galerist der Galerie Walden – Kunstausstellungen)und Annelen Käferstein (Malerin). Anton Schwarzbach, Patrick Weh Weiland und Dorit Trebeljahr führten wie gehabt durch den Abend. Zusätzlich waren wir aber dieses Mal auch selbst unsere Gäste, denn der Salon bezog alle an der Ausstellung Radius 3,2 Beteiligten mit ein.

Fast 3 Stunden haben wir uns und das Publikum unterhalten – begleitet von zahlreichen Mixgetränken – den Lieblingsdrinks der Gäste. Annelen Käferstein, die während des Abendprogramms alles Wahrgenommene live und in Farbe in Bilder umsetzte, führte mit ihrem geheimnisvollen Kokosnium-Drink bis zuletzt die Liste der Meist-Bestellten-Drinks an. Die Mischung aus Süßem, Hochprozentigem und Saurem auf Eis war klebrig, aber super lecker. Art-Drink-Zubereiterin Dorit Trebeljahr hörte das zumindest den ganzen Abend. Jeder Gast wurde nach seinem Lieblingsdrink gefragt, gleich anschließend wurden die Bestellungen aufgenommen und die Drinks serviert, während das Programm weiter lief. Anke Becker griff ihre Arbeit aus der Ausstellung auf und stellte Kreuzworträtsel-Fragen ohne Buchstabenbegrenzung und ohne Antworten, diese wollte sie vom Publikum wissen. Tatsächlich fanden sich zwei eifrige BesucherInnen, die den gesamten Fragekarton im Laufe des Abends beantworteten. Auch Reinhold Gottwald gab Antworten, und stellte sich als Medium für den Abend zur Verfügung, legte den BesucherInnen die Karten. Hinter den Steinen musst Du suchen. Du brauchst bald eine warme rote Mütze. Buchstaben können Dir ihre Bedeutung enthüllen.

Das dachte sich wahrscheinlich auch Kai Pohl, der drei seiner neuen Cut-Up-Texte vorlas. Auch Anton Schwarzbach und Dorit Trebeljahr lasen eigene Texte, aus dem Skizzenbuch, dem eigenen Arbeitsjournal und Fragmente von den eigenen Zeichnungen. Ganz zum Ende des Programms spielte dann die Band Schnickschnack alias das Salon-Orchester alias Patrick Weh Weiland und Futaba Nakayama alias Gerd und Gerda. Und wer es immer noch nicht weiß: Nyang!Nyang! macht die Katze!

Auch die Konzept-Fragerunde am Ende des Salons durfte nicht fehlen. Wann und wieso bist Du in diese Stadt gekommen? zog Kai Pohl und erzählte kurz, wie er in den 80iger Jahren nach Berlin gekommen ist. Was hat Dich zuletzt begeistert? fragte sich Anton Schwarzbach und zeigte auf Schnickschnack. Was war Dein erstes Kunstwerk? hatte Anke auf ihrer Karte stehen und erzählte vom Kindergarten und dem langwierigen Zeichnen einer Schnecke, um endlich mal Ruhe zu haben. Kann man Ruhm teilen? Reinhold Gottwald sagt eine seiner ersten Ausstellungen hieß „Für mehr Ruhm“ und war eine Gruppenausstellung – also man kann offensichtlich.

Was gibt es mehr zu sagen? 

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SALON tz-p 1 bis 5 im INSTITUT FÜR ALLES MÖGLICHE/

ABTEILUNG FÜR ALLES ANDERE/ Ackerstraße

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5. Salon 20. September 2014 Beginn 19 Uhr.

Historie heißt jetzt Hysterie,
Entschuldigung heißt jetzt Entschuldung,
Solidarität heißt jetzt die Zärtlichkeit der Völker …

Clemens Schittko, Kai Pohl, Robert Mießner und Lars-Arvid Brischke präs.:

my degeneration. The very best of WHO IS WHO (2004–2013).

Berlin-Release des 140-Seiten-Machwerks, das im Greifswalder Freiraum Verlag erscheint. Dieses Buch sorgt für die Notration Namedropping, damit die No-Name-Konkursmasse Bescheid weiß über die Prominenz im Koma. Dieses Buch bedient (hoffentlich nicht) das uns allen gemeinsame Bedürfnis, übereinstimmender Meinung zu sein. Die angedeuteten semantischen Verwerfungen werden schon bald ein linguistisches Erdbeben auslösen. Dann wird DAS WORT, mit dem alles anfing, sein gerechtes Ende finden.

http://freiraum-verlag.de/die-buecher/my-degeneration-the-very-best-of-who-is-who.html

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4. Salon 18. Juli 2014 Beginn 19 Uhr.

Der nächste Salon steht vor der Tür. Großes kommt auf uns zu. Anne Paschvoß, Stefanie Kramer und Pascal Aperdannier vereinen an diesem Abend eigentlich alles Mögliche. Installation, Malerei, Text, Sound und Performance verschmilzen zu einer neuen Seltsamkeit, die einfach nur DA sein will…

Und eins ist sicher: SO, habt ihr den Salon noch nie gesehen..

http://annepaschvoss.wordpress.com/

http://labatteriemusic.wordpress.com/

Salon4

Performance/Pascal Aperdannier

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3. Salon 16. Mai 2014 Beginn 19 Uhr.

Dieses Mal: Kleinzeitschriften/ Zines u.a. mit

floppy myriapoda

boerne&worst

Streichelwurst

Ilona Verhoeven

Caro Wedekind/ Zinefest

Diese sich noch unbekannten zuvor noch nie so zusammen gekommenen Gäste präsentieren sich und ihr “…Zine…” und kommen mit uns, Euch und miteinander ins Gespräch. Wir sind auf Unterschiede, Überschneidungen und Überraschendes gespannt. Wer Lust hat kann sein eigenes “…Zine…” mitbringen…

zine1

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2. Salon 14. März 2014 Beginn 19 Uhr.

Unsere Gäste waren  Stan Pete und Brabrabra.

Geräuschezauber und Songgewitter auf 30m²

Der 2. Salon tz-p mit dem Soundkünstler Stan Pete und den drei Frauen der Berliner Girl-Group brabrabra.

Stan Pete, der für den Salon aus Halle/ Westfalen angereist war, entlockte im ersten Teil des Salonabends seinen diversen elektronischen präparierten Plastikspielzeugen Töne, Geräusche und Beats, die man durchaus als arrangierte, wenn auch mit dem Prinzip des Zufalls arbeitende, Kompositionen bezeichnen kann. Stan Pete sieht sich dabei bewusst in der Tradition der Circuit Benders, deren Ursprünge in den 60er Jahren zu finden sind.

Melodiöse unpräzise Pop-Kompositionen erklangen im zweiten Teil des Abends im Salon tz-p. Saiko, Susanna und Federica von brabrabra haben im letzten Jahr ihre Debut- Kassette „Mango“ beim Berliner Label Kitchen Leg Records herausgebracht. Für ihren Auftritt im Salon hatte Saiko, die in Weißensee an der Kunsthochschule studiert, eine Videoinstallation erstellt. Das Video wurde über die drei Frauen hinweg an die Wand projiziert. Die drei trugen weiße Oberteile, so dass sich die Videoprojektion immer wieder zwischen den umherspringenden Frauen und der dahinterliegenden Wand verfing. Das ergab wundervolle Bilder. Ein riesiger Kuhkopf neben der trommelnden Saiko. Die projizierte Susanna hüpft der realen Susanna auf dem Oberkörper hin und her. Und plötzlich sind die drei Frauen in einer glitzernden Wasseroberfläche abgetaucht. Lagoona Blue…

In der anschließenden Talkrunde, deren Fragen mühevoll aber bereitwillig aus selbstgebackenen Glückskeksen herausgekaut wurden, sprachen wir über erste akustische Erinnerungen (das Geräusch des Föhns – Federica), Fukushima (Saiko war im Herbst letzten Jahres dort), Kinderzimmer (kein elektronisches Spielzeug – Stan Pete) und den Weg nach Berlin (ein Zufallsstipendium brachte Susanna 2011 hierher).

Im großen Finale des Abends spielten Stan Pete und brabrabra zusammen auf und ließen es richtig krachen. Lack of God und Tropical Sensation! Das hätte so weiter gehen können, lange. Wir hoben ein letztes Mal die Gläser mit dem eigens erfundenen Salonschnaps t-tequilla-z-zitronenlikör-p-pomelo! Auf unsere tollen Gäste und einen wunderschönen Abend im Institut für Alles Mögliche!

Am nächsten Tag ging es weiter und Stan Pete führte uns tiefer in die faszinierende Welt des Circuit bending ein. Das Prinzip des Circuit bending ist einfach: mithilfe von Kurzschlüssen werden in elektronischen Geräten (hier Spielzeuge) mit niedriger Spannung die ursprünglichen Sounds variiert und modifiziert. Was dann herauskommt, weckt Begeisterung, allein schon deshalb, weil man selbst der Urheber dieser Klänge ist. Ausgerüstet mit einem Handout, in dem alle wichtigen Fachbegriffe von Paniktaster bis Festwiderstand erklärt werden, steht dem Klangexperimentierwahn nun nichts mehr im Wege. Das erste selbst modifizierte Spielzeugauto ausgestattet mit einem Drehregler und einem Ausgang für Kopfhörer und Musikanlage kommt auf jeden Fall in die Vitrine der Heiligtümer! Danke Stan Pete für die Weitergabe der Begeisterung!

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Auftaktveranstaltung und erster Salon am 7. Februar Beginn 19 Uhr

Unsere Gäste waren die KünstlerInnen Astrid Menze und Julia Neuenhausen mit der Performance

Formel I-II + Hülle in Fülle Die Formbooster JA!

Das Pommesauffüll-Ding, der Milchanfasser und der Mythos der Dinge

Der erste Salon tz-p im Institut für Alles Mögliche am 7.2.2014 im Rückblick

„Eine Vielzahl von Geheimnissen“ hatten die beiden Künstlerinnen Julia Neuenhausen und Astrid Menze angekündigt, Geheimnisse in Form einer künstlerischen Performance, mit Material und der

Formel I-II + Hülle in Fülle – Die Formbooster JA!

Vor den Augen des aufmerksamen Publikums entleerten die beiden Künstlerinnen auf einem für den Abend angefertigten schwarzen Halbkreis den Grundstoff ihrer Performance: Gefundenes, Weggeworfenes, Gekauftes, scheinbar wahllos zueinander Gekommenes. Viele dieser Dinge entbehrten einer konkreten Begrifflichkeit, nur über Umschreibungen und Verwendungskontexte ließ sich manches benennen. Begrifflichkeiten spielten für Astrid Menze und Julia Neuenhausen indes nicht die wichtigste Rolle. Die Herauslösung der Dinge aus ihren vermeintlich angestammten Kontexten, ihre Hervorhebung oder auch Neukontextualisierung, was mitunter in einem herrlich faszinierenden Anstaunen seltsamer Plastikteilchen mündete, waren eher die Impulsgeber für die erste gemeinsame Performance der beiden KünstlerInnen. Mit inniger Sorgfalt und Konzentration klebten und tackerten sie unter Angelinas Augen auf der Werkzeugkiste die vor ihnen auf dem Teppich ausgebreiteten Reliquien zeitgenössischer Zivilisation im Halbkreis an die Wand, legten Spuren und Fährten zu den Dingen und über diese hinaus. Am Ende der Performance schlossen sich die beiden Halbkreise der Dinge zu einem ganzen.

Sichtlich zufrieden saßen die beiden Künstlerinnen im anschließenden Gespräch inmitten ihres Schreins und gaben dem begeisterten Publikum das eine oder andere Teilchen zum Selbstbefühlen in die Hand. Die Faszination am Spiel mit den Dingen war übergesprungen, das Publikum wollte mitmachen und nutzte die von Julia Neuenhausen „geopferte“ Knete zur Schaffung weiterer – na? – noch zu definierender Dinge natürlich…

Vielen Dank an Julia Neuenhausen und Astrid Menze.

 

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3. Salon 16. Mai 2014 Beginn 19 Uhr.